top of page

Wie ich mich in Cupcakes verliebte

  • Autorenbild: Asiya Chatzidamianos
    Asiya Chatzidamianos
  • 1. März
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn mich jemand vor Jahren gefragt hätte, wie Cupcakes einmal zu einem so wichtigen Teil meines Lebens werden würden, wäre ich wahrscheinlich sehr verwirrt gewesen. Backen war nie mein Plan. Es war eine Reise – langsame, unerwartete, emotionale und sehr persönliche.


Close-up view of a fluffy cake with frosting
Sieben Geschmacksrichtungen von meinen Cupcakes: Oreo, Himbeere, Vanille, Roter Samt, Blaubeere, Zitrone, und nochmal Vanille (Fasnacht Version).

Kapitel Eins. Cheesecakes


Alles begann, als ich noch Studentin war. An einem ganz gewöhnlichen Tag, als ich durch meinen Supermarkt vor Ort ging, entdeckte ich einen New York Cheesecake. Bis dahin kannte ich nur klassische sowjetische Torten (ja, ich wurde in Russland geboren und bin dort aufgewachsen) – schlicht, gewöhnlich, manchmal etwas zu süß. Aber dieser hier fühlte sich anders an. Ich kaufte ihn, probierte ihn – und verliebte mich sofort. Und ich wollte unbedingt wissen, wie er gemacht wurde.


Cheesecakes backe ich übrigens immer noch gelegentlich.
Cheesecakes backe ich übrigens immer noch gelegentlich.

Ich probierte ein Rezept nach dem anderen, bis ich endlich das eine fand. Es war nicht einmal ein klassischer Cheesecake. Er enthielt eine geheime Zutat, die dort technisch gesehen nichts zu suchen hatte. Und trotzdem war er so gut, dass ich ihn immer und immer wieder backte. Irgendwann kam es so weit, dass Gäste auf meinen Geburtstagsfeiern nicht einmal zuerst Hallo sagten — sie fragten:


“Gibt es heute Cheesecake?”


Kapitel Zwei. Torten.


Das Leben führte mich dann nach Österreich. Neues Land, neues Leben, alles neu. Eine Zeit lang verschwand das Backen fast vollständig aus meinem Alltag — ich hatte nicht einmal einen Ofen. Als ich schließlich in eine größere Wohnung zog, änderte sich wieder alles. Ich kaufte Backzubehör, füllte meine Küche mit Zutaten und begann erneut zu experimentieren. Dieses Mal konzentrierte ich mich auf Kuchen: Banane, Vanille, Blaubeere.


Von meinem "OG"-Blaubeer-Torte habe ich leider keine Fotos mehr gefunden - deshalb hier eine aktuelle, leicht "verbesserte" Version.
Von meinem "OG"-Blaubeer-Torte habe ich leider keine Fotos mehr gefunden - deshalb hier eine aktuelle, leicht "verbesserte" Version.

Ich schenkte dem Aussehen allerdings nicht viel Aufmerksamkeit. Ich hatte keine Ahnung, wie man perfekte Böden schneidet oder eine Torte glatt mit Creme einstreicht – ich konzentrierte mich nur auf eines: dass sie unglaublich gut schmeckt. Ich erinnere mich noch genau, wie ich eine meiner Torten zum Geburtstag einer engen Freundin mitbrachte. Sie war so gut, dass ich selbst drei Stück davon gegessen habe. Das war wahrscheinlich ein Zeichen.


Kapitel Drei. Cupcakes


Etwa zur gleichen Zeit erschien die Serie 2 Broke Girls. Sie erzählt die Geschichte von zwei Kellnerinnen, Max und Caroline, die versuchen, ein Cupcake-Business aufzubauen. In Max erkannte ich mich sofort wieder: lange dunkle Haare, eine schwierige Kindheit, ein sarkastischer Humor und eine harte Schale, die ein weiches Herz verbirgt. Irgendwie fühlte sie sich vertraut an – wie ein Blick auf die Person, die ich langsam selbst wurde.


In der Serie backte Max Cupcakes. Ich dagegen wusste kaum, was Cupcakes eigentlich sind. Bis ich sie in einer kleinen Bäckerei in Wien probierte. Ein Bissen genügte. Lockerer Teig, zarte Creme, perfekte Balance. Und das war’s. Etwas in mir machte Klick.


Roter Samt und ein weiterer heute unbekannter Cupcake, den ich damals in einer kleiner Bäckerei in Wien probiert habe.
Roter Samt und ein weiterer heute unbekannter Cupcake, den ich damals in einer kleiner Bäckerei in Wien probiert habe.

Ich begann zu experimentieren. Meine ersten Versuche waren alles andere als perfekt: ungleichmäßige Oberflächen, zu wenig Frosting, oder das Frosting war entweder zu fest oder zu flüssig. Aber sie waren aufregend. Ich testete unzählige Rezepte, Cremes, Spritztüllen, Geschmacks­kombinationen und Techniken. Ich passte an, verbesserte, scheiterte und versuchte es erneut. Jeder Fehler brachte mir etwas Neues bei, und jeder Erfolg trieb mich weiter an.


Meine allerersten Versuche Cupcakes zu backen
Meine allerersten Versuche Cupcakes zu backen

Langsam fand ich heraus, was ich wirklich mag. Mein eigenes Grundrezept für Cupcakes. Meine bevorzugte Creme. Aromen, die ausgewogen sind, nicht zu süß, ehrlich und wohltuend. Cupcakes, die sich nicht bemühen müssen zu beeindrucken, sondern sich einfach gut anfühlen. Backen hörte auf, nur Regeln zu folgen – es wurde zu einem Ausdruck meines wahren Selbst.


Kapitel Vier. Mehr als nur Cupcakes


Auf diesem Weg habe ich Kurse besucht, neue Techniken gelernt und verschiedene Desserts ausprobiert. Und ich lerne immer noch. Im Moment tauche ich zum Beispiel tiefer in die Welt der Torten ein: Böden, Füllungen, Cremes, Dekoration. Oder ich eigne mir nach und nach die Kunst der Entremets an: seidige Mousses, knusprige Schichten und die stille Geduld, die sie erfordern. Jede neue Technik fühlt sich an wie das Öffnen einer weiteren Tür – und erinnert mich daran, wie viel es noch zu entdecken gibt. Denn beim Backen geht es für mich nicht um Perfektion oder Trends. Es geht um Neugier, Wachstum und darum, mir selbst zu erlauben, mich weiterzuentwickeln.


Cupcakes waren nie „nur Cupcakes“. Sie wurden zu einer Möglichkeit, meine Geschichte zu erzählen – ein Gebäck nach dem anderen.





 
 
 

Kommentare


Asiya Chatzidamianos

Oberwil BL

 

+41 77 489 95 78

asiyabakes24@gmail.com

©2026 asiyabakes. Unterstützt und gesichert durch Wix.

bottom of page